Charlotte von Preußen

Anzeige

Charlotte von Preußen - Alexandra Fjodorowna

Alexandra ist groß und schlank, hat einen verhältnismäßig kleinen Kopf mit feinen Gesichtszügen und blauen Augen. Sie hat eine majestätische Ausstrahlung und einen leichten Gang. Allerdings ist sie allgemein von schwacher Gesundheit und eher schwächlich. Ihre Stimme ist eher heiser und hat einen entschlossenen Unterton.

Alexandra Fjodorowna ist ein eifriger Leser und findet großen Gefallen an Musik und Tanz. Sie gilt als freundlich, bescheiden, intelligent und direkt. Sie hat viele, wenn auch meist nur oberflächliche Interessen. Sie kleidet sich allgemein elegant und in hellen Farben, trägt gerne teuren Schmuck und wohnt gerne großen Bällen und ähnlichen Veranstaltungen bei. Jedoch gilt sie als eher bescheiden und ist auch nicht arrogant.

Für sie ist Russland gleichbedeutend mit ihrem Mann Nikolaus. Dieser jedoch gibt Alexandra nur wenig Freiraum, um ihren persönlichen Vorlieben nachzukommen und sich eine sinnvolle Aufgabe zu suchen. Ihre Aufgaben bestehen in erster Linie darin, Ehefrau und Mutter zu sein. Dennoch versucht sie, sich mit den Problemen Russlands und seiner Bevölkerung zu beschäftigen.

Schon als Kind hat sie sich die weiße Rose als Sinnbild gewählt. Im Familienkreis trägt sie den Kosenamen “Blanche-Fleur”, nach der Heldin eines Ritterromans von Friedrich de la Motte Fouqué, der zur Lieblingslektüre der königlichen Geschwister zählte.

 

Großfürstin von Russland 
Zu Beginn hat Alexandra Probleme, sich am russischen Hof einzuleben. Der neue Glauben und die neue Umgebung überfordern sie. Unter der Aufsicht des Dichters Wassili Zukhowski versucht Alexandra die Sprache und Bräuche ihres neuen Heimatlandes zu erlernen. Ihrer Meinung nach ist Zukhowski jedoch eher ein Dichter, als ein Lehrer, und da die kaiserliche Familie ohnehin Deutsch spricht und Briefe auf Französisch verfasst werden, erlernt Alexandra nie wirklich die russische Sprache.

Sie hat zwar ein guten Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter Maria Fjodorowna, jedoch kommt es immer wieder zu Konflikten mit ihrer Schwägerin, Kaiserin Elisabeth Alexajewna, was sich wohl auf deren Kinderlosigkeit zurückführen lässt. Alexandra hat bis zu Elisabeths Tod 1826 bereits vier Kinder, während die beiden Kinder Elisabeths bereits im Kindesalter verstorben sind.

Alexandra Fjodorowna sowie die ersten zwei Kinder Alexander und Maria (Gemälde, um 1820)

Alexandra Fjodorowna sowie die ersten zwei Kinder Alexander und Maria (Gemälde, um 1820)

Bereits wenige Wochen nach der Hochzeit ist Alexandra schwanger und bringt am 17. April 1818 einen Sohn zur Welt, den späteren Kaiser Alexander II.  

Das Paar hat insgesamt neun weitere Kinder Im Jahre 1820 - der dritten Schwangerschaft innerhalb von drei Jahren - bringt sie eine totgeborene Tochter zur Welt. Dieses Ereignis verursacht eine tiefe Depression. Auf Anraten ihrer Ärzte reisen sie und Nikolaus im Herbst 1820 zu Alexandras Familie nach Berlin, wo sie bis Sommer 1821 bleiben. Im Sommer 1824 unternimmt das Paar eine weitere Reise nach Berlin. Erst im März 1825, als Kaiser Alexander I. auf Grund seines schlechten gesundheitlichen Zustands die Unterstützung seines Bruders braucht, kehren sie nach Russland zurück. Alexander I. hat keine Kinder, und der rechtmäßige Thronerbe Großherzog Kostantin hat auf seinen Anspruch verzichtet, sodass jetzt Nikolaus der Thronfolger ist. Als Alexander I. schließlich im Dezember 1825 stirbt, wird Nikolaus als Nikolaus I. zum Kaiser von Russland ernannt und Alexandra somit zur Kaiserin. Das Paar ist darüber im allgemeinen nicht sehr erfreut.

 

Kaiserin von Russland

Kaiserin Alexandra Fjodorowna, 1836

Kaiserin Alexandra Fjodorowna, 1836

Der Beginn von Nikolaus Regireungszeit ist von den Dekabristenaufständen und deren blutiger Niederschlagung geprägt.

1832 hat Alexandra und Nikolaus sieben Kinder, die alle wohlbehütet aufwachsen werden. Nikolaus hat nie mit seiner Liebe zu Alexandra gegeizt. Es heißt, als 1837 große Teile des Winterpalastes durch ein Feuer zerstört wurde, war ihm am wichtigsten, dass die Schatulle mit den Briefen seiner damals noch Verlobten Alexandra gerettet würde.

Nach mehreren kleinen Herzinfarkten und auf Grund ihrer ohnehin schlechten Gesundheit, raten die Ärzte Alexandra von weiteren belastenden Aktivitäten ab, worunter auch Sex fallen soll. Nach über 25 treuen Jahren, nimmt Nikolaus sich schließlich eine Mätresse. Es handelt sich dabei um Alexandras Hofdame Barbara Nildowa. Jedoch kommt er bei persönlichen Problemen und Anliegen immer noch zu seiner geliebten „Muffi“.

Als ihre Ärzte Alexandra 1837 einen mehrmonatigen Aufenthalt in Palermo verordnen, besteht Nikolaus darauf, sie zu begleiten, weil er nicht ohne seine Frau sein will. Nelidowa begleitet das Paar. Auch wenn Alexandra zu Beginn eifersüchtig auf Nelidowa ist, hat Alexandra das Verhältnis mit der Zeit akzeptiert und verstand sich später gut mit der Mätresse ihres Mannes.

Wegen der besseren klimatischen Bedingungen, wählt Alexandra 1837 die Krim als Standort für ihre neue Winterresidenz Schloss Oreanda.

Auf Grund des Krimkrieges soll sie jedoch nur einmal die Möglichkeit haben, es im Jahre 1852 zu besuchen. 1854 wird Alexandra sehr krank. Obwohl man ihr keine große Überlebenschance einräumt, erholt sie sich wieder. Am 6. Februar 1855 stirbt jedoch Nikolaus an den Folgen einer Grippe.  

 

Leben als Witwe 

Porträt von Franz Xaver Winterhalter: Zaren-Witwe Alexandra Feodorowna

Porträt von Franz Xaver Winterhalter: Zaren-Witwe Alexandra Feodorowna

Alexandra überlebt Nikolaus um fünf Jahre und macht den Alexanderpalast in Zarskoje Selo zu ihrem Ruhesitz. Das Verhältnis zu Nikolaus' Mätresse Barbara Nelidowa bleibt weiterhin gut, und sie macht Nelidowa zu ihrer persönlichen Vorleserin.

Mit den Jahren verschlechtert sich Alexandras ohnehin angeschlagene Gesundheit. Auf Grund des rauen Wetters verbringt sie die meiste Zeit des Jahres im Ausland. Das ist nicht immer leicht für sie. Einerseits hat sie Heimweh nach Russland, andererseits ist ihr bewusst, dass Russland und seine Einwohner genug andere Probleme haben, als dass es ihre Auslandsaufenthalte finanzieren könne. Im Herbst 1860 verordnen ihre Ärzte einen weiteren Aufenthalt in wärmeren Gefilden, da sie den folgenden Winter sonst wohl nicht überleben wird.

Ihr scheint bewusst zu sein, dass ihr Leben dem Ende zu geht. Sie ignorierte die Anweisungen der Ärzte, damit sie wenigstens in Russland sterben könne. Am Vorabend ihres Todes soll sie gerufen haben „Niki, ich komme zu dir.“. Sie verstirbt daraufhin im Schlaf am 1. November 1860 im Alter von lediglich 62 Jahren im Alexanderpalast.

Quelle: Wikipedia

Anzeige

Berlin-Magazin.info

Das Magazin für Freunde und Interessierte der schönen Hauptstadt Berlin

Berliner Bezirke

Von Kreuzberg bis Charlottenburg: Zur besseren Orientierung werden die Berliner Bezirke vorgestellt.

Mehr über die Berliner Bezirke

Berlin-Magazin bietet außerdem...

Interviews

Sehenswertes

Nachtleben

Business

viele weitere Infos zu Berlin!

Berliner Topgastronomie

Von wegen Bouletten, Eisbein, Currywurst. Die Berliner Gastronomie greift nach Sternen und Kochhauben. berlin-magazin.info sagt Ihnen, wo Sie die besten Restaurants der Stadt finden

Mehr zur Berliner Gastronomie

Neues Sachbuch: Ein Berliner Armenarzt und seine Familie

Die Familie Lüderitz
Geschichte und Geschichten aus drei Jahrhunderten

Mehr zum Buch

Anzeige