Drehort Berlin

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Drehort Berlin

von Frank Tetzel

Für den einen von zwei Autoren ist es immer schwierig, wenn zwei Bücher, die das gleiche Thema behandeln, nahezu zeitgleich auf den Markt kommen und zu besprechen sind.

„Berlin – Reisen ein Film“ und Markus Münchs „Drehort Berlin“ sind beide in diesem Frühjahr erschienen. <//strong>
Auch wenn beide Bücher das gleiche Thema haben, nähern sie sich ihm in unterschiedlicher Weise. Und das macht dann auch den Reiz beider Bücher aus. Beide gehören für Filmliebhaber in den Bücherschrank.

Auf der Spur bekannter Filme

Autor Münch begibt sich ausschließlich auf die Spur bekannter Streifen, die in der Stadt gedreht wurden. So berichtet Münch beispielsweise über die Dreharbeiten für den Billy Wilder Streifen „1,2,3“, die der Oscar -Preisträger ein, zwei Tage vor dem Mauerbau 1961 am Brandenburger Tor drehte. „Billy, die Kacke ist am Dampfen“, soll Hauptdarsteller Horst Buchholz angesichts der Errichtung der Mauer seinem Regisseur gesagt haben. Die restlichen Szenen wurden im Studio nachgedreht.

Viele Orte

Ob Alexanderplatz, der schon in der Döblinverfilmung von 1931 eine Rolle spielte, oder Oberbaumbrücke, die Kulisse von „Lola rennt“, der Autor weiß fundiert und kurzweilig zu berichten und schafft eine gute Melange aus Film- und Hintergrundwissen und Wissenswertem über die jeweilige Location, die zum Teil wichtige Berliner Sehenswürdigkeiten sind.

Weniger bekannte Schauplätze

Münch führt seine Leser auch zu eher wenig spektakulären Schauplätzen, etwa wenn er über den „Beusselkiez“ und den NS-Propagandafilm „Hitlerjunge Quex“ berichtet.

Dreißig Stationen führt der Autor auf, „Berlin Alexanderplatz“ und „Emil und die Detektive“, „Die Legende von Paul und Paula“, den DDR Kultfilm, über „James Bond 007 Octopussy“ bis zu „Herr Lehmann“, „Good Bye, Lenin“ und „Das Leben der Anderen“ reicht die Palette der beschriebenen Filme und Orte.

Berlin als Kulisse

Er erwähnt aber auch Streifen, wo Berlin Kulisse war für andere Städte, wie etwa „Die Bourne-Verschwörung". Mit viel Kunstschnee und kyrillischen Schildern wurde aus Berlin Moskau. Oder „In 80 Tagen um die Welt", wo aus dem Gendarmenmarkt das Herz Londons wurde, und aus dem aus dem Zeughaus ein Pariser Bahnhof.

Inzwischen bietet die Agentur „Zeitreisen“ eine Videobustour, die auf den Spuren von Münch wandelt. Und da es noch eine Hülle und Fülle von Drehorten in der Stadt gibt, beispielsweise in jedem „Tatort“, der im Pantoffelkino läuft, hat Autor Münch einen Blog auf seiner Website zu diesem Thema eingerichtet.

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