Neue Nationalgalerie
Die Neue Nationalgalerie geht eine langfristige Kooperation mit der Mercedes-Benz Art Collection ein. 30 hochkarätige Werke der Unternehmenssammlung aus Stuttgart werden dauerhaft in Berlin zu sehen sein. Die zunächst auf zehn Jahre angelegte Dauerleihgabe beinhaltet bedeutende künstlerische Positionen des 20. Jahrhunderts, die bisher in der Sammlung der Nationalgalerie fehlten. Ab dem 10. Juni 2026 werden fünf erste Werke von Max Bill, Adolf Fleischmann, Camille Graeser, Helga Philipp und Ulrike Rosenbach in der aktuellen Sammlungspräsentation „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft“ zu sehen sein.
Joachim Jäger, stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter der Neuen Nationalgalerie: „Wir freuen uns über 30 herausragende Werke, darunter zahlreiche weibliche Positionen, die nun auf lange Sicht die Sammlung der Nationalgalerie erweitern. Großen Dank an Mercedes-Benz nach Stuttgart.“
Die Auswahl der Werke der Mercedes-Benz Art Collection umfasst Gemälde und Skulpturen sowohl der europäischen Klassischen Moderne als auch der internationalen Kunst nach 1945, darunter wichtige Künstler*innen wie Max Ackermann, Hans Arp, Jo Baer, Enrico Castellani, Charlotte Moormann, Julio Le Parc, Charlotte Posenenske oder Jesús Rafael Soto.
Geplant ist, die Werke sukzessive in Sammlungspräsentationen und Sonderausstellungen der Neuen Nationalgalerie und perspektivisch im Neubau berlin modern zu integrieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ab 10. Juni 2026 wird die Sammlungspräsentation mit der großformatigen Schwarzweißfotografie „Art is a Criminal Action“ (1972/96) von Ulrike Rosenbach um eine starke feministische Position erweitert. Gezeigt im direkten Gegenüber zu Andy Warhols berühmtem Siebdruckbild „Double Elvis“ (1963) aus der Sammlung der Nationalgalerie ist der Aspekt des kämpferischen Angriffs und der demonstrativen Demontage tradierter Bilder und Rollenklischees in Rosenbachs Arbeit von zentraler Bedeutung.
Mit Camille Graeser und Max Bill werden zwei zentrale Vertreter*innen der Zürcher Schule der Konkreten aufgenommen, die bisher in der Sammlung der Nationalgalerie fehlten. Sowohl Graesers „harmonikale konstruktion“ (1947/51) als auch Bills „Rote Quadrate“ (1946) sind ikonische Gemälde, denen eine strenge Aufrasterung der Bildfläche nach mathematischen Prinzipien zugrunde liegt.
Adolf Fleischmanns „Triptychon #505, #506, #507“ (1961) gilt als eines der Hauptwerke des Künstlers. In Auseinandersetzung mit Mondrians Gestaltungsprinzipien und musikalischen Kompositionen zeigt das Gemälde ein rhythmisches Gefüge aus vertikalen Stäben, die sich zu einer farbigen Klangfülle verdichten. Die Aufnahme eines „Kinetischen Objekts“ (1971) von Helga Philipp entspricht einem der Sammlungsschwerpunkte der Neuen Nationalgalerie, weibliche Positionen, die bisher unterrepräsentiert sind, zu stärken. Das Objekt besteht aus miteinander verbundenen, hintereinander gestaffelten Plexiglasscheiben, die von einer Metallplatte gespiegelt werden und so optische Reize produzieren.
Berlin-Magazin.info - News abonnieren:
Berlin-Magazin-RSS-Feed abonnieren