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Grüner wohnen in Berlin

Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Alltag

Gerade in einer dicht bebauten Großstadt wie Berlin lässt sich Nachhaltigkeit oft dort umsetzen, wo man sie zunächst nicht vermutet: auf Balkonen, in Innenhöfen, auf Dächern oder direkt in der Wohnung. Schon kleine Veränderungen können helfen, Energie zu sparen, mehr Grün zu schaffen und Ressourcen bewusster zu nutzen. Vieles funktioniert auch in einer Mietwohnung oder gemeinsam mit der Hausgemeinschaft.

Mehr Grün, aber richtig geplant

Begrünte Flächen können in Großstädten dazu beitragen, Lebensräume für Insekten zu schaffen und aufgeheizte Bereiche etwas abzumildern. Wer in Berlin Balkon, Hof, Fassade oder Dach begrünen möchte, sollte zuerst auf den Standort und Wetterbedingungen achten. Auf sonnigen und windigen Flächen sind robuste, trockenheitsverträgliche Pflanzen sinnvoll, während schattige Innenhöfe andere Arten benötigen. Bei Fassaden und Dächern spielen außerdem Tragfähigkeit, Bewässerung und die Zustimmung der Eigentümerinnen oder Eigentümer eine Rolle. Besonders sinnvoll ist es, Regenwasser für die Bewässerung zu nutzen. Berlin fördert unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Begrünung von Dächern und Fassaden. Das Programm GründachPLUS richtet sich vor allem an Bestandsgebäude in dicht bebauten Stadtgebieten. Gefördert werden können unter anderem Pflanzen, Rankhilfen, Bewässerungssysteme und Planungskosten.

Solarstrom auch für die Mietwohnung

Auch wer in Berlin zur Miete wohnt, kann einen Teil des eigenen Stroms selbst erzeugen. Ein Balkonkraftwerk besteht aus einem oder mehreren Solarmodulen, einem Wechselrichter und einem Anschluss für den Stromkreis der Wohnung. Geeignete Anlagen können am Balkon, auf der Terrasse oder an anderen passenden Flächen angebracht werden. Der erzeugte Strom wird direkt im Haushalt genutzt. Für Steckersolargeräte gelten vereinfachte Regeln: Die Wechselrichterleistung darf bis zu 800 Watt betragen, die Anlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Eine zusätzliche Anmeldung bei Stromnetz Berlin ist nicht erforderlich. In Berlin ist für solche Anlagen in der Regel keine Baugenehmigung nötig. Ausnahmen können unter anderem bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Hochhäusern gelten

Im Sommer: Räume vor Hitze schützen

Auch ohne Klimaanlage lässt sich die Wohnung im Sommer oft deutlich angenehmer halten. Besonders wirksam ist Sonnenschutz, der außen vor dem Fenster angebracht ist, etwa durch Rollläden, Markisen oder außenliegende Jalousien. Sie verhindern, dass sich Räume überhaupt stark aufheizen. Wer diese Möglichkeiten nicht hat, kann mit innenliegenden Rollos oder Vorhängen nachhelfen. Gelüftet wird am besten früh morgens, spät abends oder nachts, wenn die Außentemperaturen niedriger sind. Tagsüber sollten Fenster und Verschattung möglichst geschlossen bleiben. Auch Elektrogeräte geben Wärme ab. Wer sie nicht benötigt, sollte sie deshalb ganz ausschalten. In dicht bebauten Berliner Quartieren können solche einfachen Maßnahmen besonders hilfreich sein, wenn sich Straßen und Häuser über mehrere Tage stark aufheizen.

Nachhaltigkeit gemeinsam angehen

Nicht alles muss auf dem eigenen Balkon oder in der Wohnung stattfinden. Gerade in Berliner Mehrfamilienhäusern können auch gemeinschaftlich genutzte Flächen eine Rolle spielen. Innenhöfe lassen sich begrünen, Hochbeete können gemeinsam gepflegt und Fahrradstellplätze besser organisiert werden. Wer größere Veränderungen plant, sollte früh klären, wem die Fläche gehört und welche Zustimmung notwendig ist. Für viele Projekte gibt es in Berlin Beratungsstellen und Förderprogramme, die bei Planung und Umsetzung unterstützen können.

Regenwasser sinnvoll nutzen

Regenwasser lässt sich auch in der Stadt gut für die Bewässerung nutzen. Auf Balkonen, Terrassen und in Innenhöfen können dafür kleinere Sammelbehälter oder Regentonnen eingesetzt werden. Wichtig ist, dass sie sicher stehen und gut abgedeckt sind. Offene Tonnen können zur Gefahr werden, wenn Kinder oder Tiere hineinfallen. Eine feste Abdeckung schützt außerdem vor Verschmutzungen und verhindert, dass sich dort Mücken vermehren. Größere Systeme wie Zisternen kommen vor allem bei Häusern mit entsprechendem Grundstück infrage. So lässt sich Leitungswasser sparen und vorhandenes Regenwasser direkt vor Ort nutzen.

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